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Der Garten im Winterschlaf

Der Herbst neigt sich dem Ende zu. Wir geniessen noch die letzten warmen Sonnenstrahlen im Garten.

Werden  die Tage langsam kürzer und die Farben im Garten verblassen allmählich, freuen wir uns an Pflanzen mit sattgrünen Blättern, farbigen Ästen, Moose, Flechten und immergrüne Farnwedel.

 

Dabei sind die Gärten gerade jetzt durch Lichteinfall, Niederschläge und die beschränkte Tageslänge ständigen, wenn auch subtilen Veränderungen ausgesetzt.

Frostnächte zaubern in den Morgenstunden filigrane Muster auf die nackten Stängel und die noch an den Zweigen hängenden Früchte, etwa der Rosen, des Schneeballs oder des Efeus.

In der tief einfallenden Nachmittagssonne erhalten die Äste von dekorativen Ahorn oder Hartriegel einen magischen Glanz. Sind die Temperaturen mild und die Tage sonnenreich, entfalten Sträucher wie die Winterblüte (Chimonanthus praecox), der Winterschneeball (Viburnum bodnantense) oder die bezaubernde Seidelbast (Daphne mezereum) einen betörenden Duft.

 

Die Spannbreite von Pflanzen mit einem wertvollen Winteraspekt reicht weit: von Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen, Krokussen, Blausternen und Winterlingen bis zu Stauden und Bäumen.

Einer meiner Lieblingssträucher ist der Einheimische Haselnuss (Corylus avellana), die besonders im Winterlichem Garten mit ihrem anmutigen hängenden Kätzchen auffällt. Schneidet man Haselzweige und stellt sie in eine Vase, lassen sich in Kombination zum Beispiel mit den dekorativen verdrehten Ästen des Korkenzieherhasel hübsche Arrangements erzielen.

 

Daher freuen Sie sich auf die kommenden Monate im Garten und schauen Sie genau hin, denn der Wintertau bietet manchmal kleine Kunstwerke für das Auge.

Mehr Leben, weniger Arbeit

Unsere Gärten und Balkone sind wichtige Lebensräume für uns und die Umwelt. Hier bestimmen wir, wie wir mit der Natur umgehen. Zwölf Tipps fürs ökologische Gärtnern.

 

1. Selbstversorgung

Jeder Mensch sollte etwas Salat, ein paar Kräuter und Blumen selber ziehen. Dadurch schärfen wir unser Bewusstsein für die natürliche Zusammenhänge. Auch Kinder haben mehr Respekt vor selber gezogene Nahrung. Vielleicht probieren sie so, auch mal ein Gemüse, dass sie aus dem Supermarkt nicht essen würden. Die eigene Ernte vermeidet unnötige Transporte und die Verwendung von Gift. Sie schmeckt besser, ist gesünder und entlastet das Haushaltsbudget.

 

2. Biologisch gärtnern

Bio ist in zwischen Standard, zumindest in den Köpfen. In der Praxis tun sich aber insbesondere Gartenneunlinge oft schwer damit, besonders wenn die ersten Schnecken, Läuse und Pilze auftauchen. Dann greift an sich umweltbewusste Hobbygärtner schnell mal zur Giftflasche. Aber: Biogift ist auch Gift! Pyrethrum oder Rotenon bringen Bienen, Marienkäfer und andere Nützlinge um. Lieber die Ansprüche etwas relativieren und auch nicht ganz perfektes Gemüse und Obst geniessen.

 

3. Handarbeit

Vergessen Sie nicht, dass Pflanzen grundsätzlich wachsen, gedeihen und sich vermehren wollen. Wegen ein paar Läusen gehen die Rosen noch lange nicht ein. Sollen Raupen und Schnecken doch einen Teil meiner Kohlköpfe fressen- ich pflanze jeweils ein paar mehr, so dass für alle genug übrig ist. Falls doch mal all zu viele Schnecken, Läuse, oder Raupen auftauchen, entferne ich sie von Hand.

 

4. Pflanzen helfen Pflanzen

Pflanzen helfen einander gegenseitig. Sie bilden Symbiosen, sie sind über die Pilze im Boden verbunden und kommunizieren miteinander. Das können sie nur, wenn wir ihnen eine möglichst natürliche und vielfältige Umgebung bieten. Je grösser die Vielfalt, desto eher haben Pflanzen die Möglichkeit, günstige Nützlinge anzuziehen, Schädlinge mit ihren Duftstoffen zu verwirren oder auch untereinander Nährstoffe auszutauschen.

 

5. Einheimische und importierte Pflanzen

Setzten Sie auf einheimische Pflanzen- manche durch Klimawandel oder globalen Handel eingeführte Pflanzen sind invasiv. Das heisst: sie verdrängen die einheimische Flora, da sie in den hiesigen Breitengraden keine natürlichen Feinde haben. Dadurch verringern sie die Biodiversität. Das gilt vor allem für Springkraut, Sommerflieder, Kirschlorbeer, japanischer Knöterich und kanadische Goldrute.

 

6. Nischen schaffen

Um möglichst viele Tiere anzulocken, sollte ein Garten unterschiedliche Lebensräume, Nischen und Verstecke bieten: Kletterpflanzen wie Lonicera, Waldrebe, Brombeeren und naturnahe Rosen bieten Nistplätze für die Vögel. Steinhaufen und Trockenmauern beherbergen Reptilien. Im Unterholz finden sich Verstecke für kleine Säugetiere und Insekten. Wer genug Platz hat gönne seinem Garten eine frei wachsende, blühende Hecke aus naturnahen Sträuchern wie Holunder, Hasel, Weissdorn, Kornelkirsche, Stechpalme oder Heckenrosen. Vögel, Insekten und Igel werden sich freuen.

 

7. Ökologisch intelligent

Lassen Sie stehts den gesunden Ökoverstand walten. Steine und andere Materialien sollten aus der Umgebung kommen. Importierte Granitsteine oder exotische Hölzer haben im Garten nichts verloren. Ein Weiher der mit grossem Aufwand ausgebaggert und dann mit einer Folie gedichtet und mit importierten Steinen verziert wird, hat keine gute Ökobilanz. Stellen Sie lieber einen alten Waschzuber als Trinkstelle für Vögel und Insekten auf.

 

8.Tote Flächen aufbrechen

Reduzieren Sie asphaltierte und betonierte Flächen auf ein Minimum. Offene Kiesflächen mit begehbaren Polsterpflanzen wie Sedum oder Thymian bieten Lebensraum und Nahrung für diverse Insekten. Auch von einem englischen Rasen kann kein Tier leben. Meist hilft es schon, den Rasen nicht mehr zu düngen und ihn weniger oft zu mähen. Dann tauchen bald Löwenzahn, Primeln und Gänseblümchen auf.

 

9. Kein Torf in den Topf

Dieser Punkt ist besonders für Balkongärtner wichtig. Topfpflanzen brauchen gutes Substrat. Sie haben ja nichts anderes als das, was wir ihnen geben. Die schlechteste Variante ist Torf. Er enthält kaum Nährstoffe, verursacht Staunässe und die Wurzeln faulen leicht. Wenn er einmal ausgetrocknet ist, lässt er sich kaum mehr befeuchten. Zudem werden bei der Torfgewinnung Moore zerstört. Inzwischen gibt es im Fachhandel gute Torffreie Alternativen, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen abgestimmt sind.

 

10. Lärm vertreibt Tiere

Rasenmäher, Laubbläser, Heckenschneider, Kettensäge machen Lärm, verpesten die Luft und schaden der Umwelt. Das nervt nicht nur die Nachbarn: Vögel und andere Tiere werden vor allem durch den Lärm sehr gestört. Leider kann man lärmende Gartenmaschinen nicht verbieten. Daher setzt unsere Firma seit mehreren Jahren auf elektrisch betriebene Maschinen.

 

11. Ordnung muss nicht sein

Ein Garten für die Tiere sollte nicht allzu ordentlich sein. Insbesondere im Herbst ist es wichtig, Verstecke zu schaffen. Mit Laub gepolsterte Asthaufen sind bei Igeln beliebt. Totes Holz darf herumliegen und sich langsam zersetzen. In den Ritzen finden Insekten wie zum Beispiel Marienkäfer Unterschlupf. Lassen Sie Samenstände stehen, schneiden Sie Stauden bis im Frühling nicht zurück. Das alte Laub schützt Pflanzen und Tiere auch vor der Kälte.

 

12. Neue Gärten schaffen

Jeder Garten und jeder Balkon ist ein Lebensraum, auch wenn er nicht perfekt ist. Finden wir individuelle Lösungen, die unseren Bedürfnissen und Möglichkeiten entsprechen. Auch einige Töpfe mit Tomaten, Blumen und Kräutern zählen. Jedes Fleckchen Garten, jeder Baum und jede wild begrünte Verkehrsinsel, jeder bepflanzte Hinterhof und jede blühende Fensterbank machen die Welt ein Stück besser!

 

 

Gerne stehen wir Ihnen für Rat und Tat zur Seite.

Ihr Trais Fluors Gartenbau Team